Sind niedrige Drawdowns ein Erfolgsfaktor?

Die Mär von geringen Drawdowns. Oftmals sind „vernünftig“ größere Drawdowns ein Erfolgfaktor. Sind prozyklische Verhaltensweisen ausschließlich in Seitwärtsbewegungen schädlich bzw. ungünstig? Ich will das nicht pauschal bejahen, weil es vielfach von den gewählten Einstellungen und der genutzten Indikatoren abhängt.

Der Trendfolge-Indikator „Parabolic SAR“ war trotz größter Trends seit 1998 mit seinen Grundeinstellungen ein Desaster. Parabolic SAR liefert quasi ein Trendfolgesystem mit unterlegtem Trailing-Stopp. Auf Basis eines Swingtraders ein herber Fehlschlag.

Die Idee von Trend und nachziehendem Stopp ist gut, aber in der Grundeinstellung aber ein absoluter Versager! Zumeist fängt dann eine individuelle Optimierung an.

Optimierung bedeutet aber „Optimal in der Vergangenheit, aber nicht notwendigerweise in der Zukunft“. Es ist zumeist schwierig, das Optimum beizubehalten. Ein weiteres Kennzeichen für ein optimiertes System ist ein geringer Drawdown. Kann das Optimum dann aber nicht beibehalten werden, dann wird automatisch der Drawdown größer.

Oftmals sind „vernünftige“ Drawdowns ein Erfolgfaktor. Denn es ist ein häufig ein „ordentlich großer“ Drawdown“ notwendig, um eine exzellente Performance zu erhalten, da der Markt gewisse Schwankungsbreiten benötigt. Zu große Drawdowns sind natürlich dann nicht gut, wenn die Performance keinen bedeutsamen Anstieg zeigt. Akzeptieren Sie größere Drawdowns bei guten Systemen. Sie werden es in Heller und Pfennig ausbezahlt bekommen.

 

 Warum geringe Drawdowns nicht automatisch für eine hohe Qualität der zugrundeliegenden Strategie sind - anhand des Beispiels Parabolic SAR
Quelle Trader-Fokus.de


Ich halte Trendfolgesysteme auf Indizes (Durchschnitt vieler Aktien) nicht besonders ertragreich. Auf Einzelaktien sieht dies möglicherweise ganz anders aus, ist aber auch kein Garant für überdurchschnittlichen Erfolg. Für Indizes sind antizyklische Strategien viel wirkungsvoller und zeigen langfristig überdurchschnittliche Ergebnisse.

Mein Z5-Modell (Swingtrading) beispielsweise besitzt einen vernünftig, hohen Drawdown und erreichte eine ausgesprochen gute Performance von +5049 DAX Punkten (ungehebelt). Der DAX erreichte im gleichen Zeitraum einen Anstieg von +1152 Punkten.

Bei diesem Modell (eines von 4 DAX-Trading Modellen) akzeptiere ich einen Stopp von 200 Punkten. Die Handlung ist sehr antizyklisch. Die Kombination von antizyklischen Verhaltensweisen und vernünftig, hohen Drawdowns zahlt sich aus.

Ich arbeite seit mehr als 3 Jahrzehnten an der Börse, davon über 22 Jahre als Fondsmanager. Ich kann den Erfolg der antizyklischen Investition in all diesen Jahren nur bestätigen. Als Anleger sollten Sie darüber nachdenken, ob Sie einen gewissen Drawdown akzeptieren, um Ihre Performance zu verbessern. Dazu gehört natürlich ein gutes Wahrscheinlichkeitssystem.

Ich wünsche Ihnen bei Ihren Dispositionen viel Erfolg

 

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Knobloch

 

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