Ein wichtiges Wort zur Deutschen Bank!

Ein Wort zur Deutschen Bank

Die Deutsche Bank mausert sich. Es ist weniger das geldpolitische Umfeld, sondern das Karma, der innere Antrieb des Vorstands, die Bank wieder auf Vordermann zu bringen.

Eine Restrukturierung bedeutet in einem Unternehmen zumeist Gegenwind. Dabei spielen Faktoren wie die Konkurrenzsituation und Marktübersättigung, Dienstleistungsangebot, ein nicht überzeugendes Marketing eine Rolle.

Im Bankensektor selbst ist es derzeit schwer, eine Restrukturierung durchzuführen. Jede Strukturänderung wird sofort im Eigenkapital sichtbar. Eine Restrukturierung führt dazu, dass Rückstellungen sofort gebildet werden müssen und damit wird Eigenkapital unmittelbar belastet.

Folge: In der jetzigen Phase werden oftmals die Eigenkapitalrichtlinien nicht mehr erfüllt, weil zusätzlich die Erträge fallen und die Kosten weniger stark zurückgehen. Das Management ist nicht selten handlungsunfähig.

Die Deutsche Bank hat einen Rundumschlag getätigt. Erst mit der Aufgabe des globalen Aktienhandels, dem Geschäft mit Hedgefonds und dem elektronischen Aktienhandel wird Risikogeschäft abgebaut und so die Eigenkapitalkennziffer aufgebaut. Denn ein solches Geschäft wird – wie gesagt - in der Bilanz mit Abschlägen auf das Eigenkapital berechnet. Oder anderes ausgedrückt, es wäre ohne den Abbau des Bereichs keine umfassende Restrukturierung möglich.

Während andere Banken möglicherweise ein Sterben auf Raten bevorzugen, nimmt die Bank ihr eigenes Karma in die Hände. Wer proaktiv tätig ist, gehört sehr häufig zu den Gewinnern. Passivität kann auch proaktiv sein.

Wer jedoch wartet, und zwar in der Hoffnung einer Änderung oder in Träumen versinkt, der wird in der Regel von anderen geführt. Das betrifft auch viele unserer Mitmenschen. Nicht nur Unternehmen.

Das Kennzeichen dieser Menschen ist, dass Sie zumeist andere beleidigen oder anderen die Schuld für ihren quälenden Lebensweg geben. Oft träumen sie von anderen Jobs, die Sie dort oder hier hätten machen können und suchen sich Begründungen, weshalb sie das nicht getan haben.

Das sind Kennzeichen wie Private und Unternehmen nicht proaktiv handeln, obwohl sie passiv sind. Proaktiv passiv zu sein ist eine Art Überlegenheit und Selbstbewusstsein, um in einer bestimmten Situation geduldig zu sein, und auf Chancen zu lauern.

Die Deutsche Bank oder das Management Sewing gefällt mir deshalb sehr gut. Die Deutsche Bank wird aber sehr klein sein und daher ein Übernahmekandidat werden.

Eine weitere Alternative ist eine Fusion. Bisher gab es den Vorschlag 2 Kranke, nämlich die Deutsche Bank und die Commerzbank, fusionieren zu lassen. Das wäre das Schlimmste vom Schlimmen gewesen.

Aber ich könnte mir vorstellen, dass eine Fusion Deutsche Bank (gesundet) mit der Commerzbank dann wesentlich strategischer ist, solange dann die Gesamtbank nicht gefährdet wäre. Sie könnten sich gegenseitig aus dem Sumpf ziehen.

 

Das war meine Aussage vom 23. Januar in meinem BörsenBrief mit Absicherungs-Strategie.

 

Nun kamen die Ergebnisse! Quelle Deutsche Bank - Rote Schrift meine Kommentare

 

Der Verlust nach Steuern in 2019 ist vollständig zurückzuführen auf umbaubedingte Belastungen.

  • Der Verlust vor Steuern von 2,6 Milliarden Euro enthält 3,0 Milliarden Euro an Umbaukosten, Wertberichtigungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte sowie Kosten für Restrukturierung und Abfindungen.
  • Der Verlust nach Steuern von 5,3 Milliarden Euro geht darüber hinaus auf 2,8 Milliarden Euro an Bewertungsanpassungen bei latenten Steueransprüchen zurück. Diese wirken sich zum großen Teil nicht auf das regulatorische Kapital aus.
  • 70% der insgesamt erwarteten umbaubedingten Belastungen2 sind damit bereits verarbeitet.
  • Die harte Kernkapitalquote (CET1) betrug am Ende des Jahres 13,6% nach 13,4% am Ende des dritten Quartals 2019, nachdem der Abbau risikogewichteter Aktiva in der Abbaueinheit (Capital Release Unit, CRU) schneller als erwartet voranschreitet. 

Diese Umkehr der Geschäftstätigkeit ist eine Folge einer Todesspriale. Ich nenne Sie deswegen so, weil die Kosten die Erträge sukzessive überstiegen. Um aus diesem Teufelskreis zu entfliehen, mussten die risikogewichteteten Geschäftsbereiche reduziert werden. Denn erst mit der Restrukturierung der Geschäftsbereiche mit "hohem Risikoansatz", die das Eigenkapital unmittelbar viel stärker belasten und möglicherweise/wahrscheinlicherweise (?) die Regeln der Eigenkapitalrichtlinien verletzt hätten, war dieser Einschnitt möglich. Zudem musste zeitlich alles sehr schnell gehen.

Die gute Arbeit wird über das unveränderte Eigenkapital dokumentiert. Andere Banken könnten den selben Schnitt wagen.

Das Geschäft in der Kernbank, also in den weiterhin strategischen Geschäftsbereichen, hat sich 2019 stabilisiert und gewinnt an Dynamik.

  • Die Erträge sind auf berichteter Basis um 2% zurückgegangen. Bereinigt um Sondereffekte waren sie stabil.
  • Der Gewinn vor Steuern betrug 543 Millionen Euro. Bereinigt um Sondereffekte bei den Erträgen, Umbaukosten, Wertberichtigungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte sowie Aufwendungen für Restrukturierung und Abfindungen betrug der Gewinn vor Steuern 2,8 Milliarden Euro, ein Anstieg um 7% gegenüber 2018. 

Das ist bereits quasi die Vorschau des künftigen Geschäftes und der Erträge auf Gesamtjahresbasis.

Die Ergebnisse des vierten Quartals 2019 verdeutlichen die Fortschritte beim Umbau.

  • Der Verlust vor Steuern von 1,3 Milliarden Euro enthält 1,1 Milliarden Euro an Umbaukosten und Aufwendungen für Restrukturierung und Abfindungen.
  • Die bereinigten Kosten sanken das achte Mal in Folge gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal (ohne Berücksichtigung von Umbaukosten und Bankenabgaben).
  • Die Kernbank verzeichnete einen Verlust vor Steuern von 437 Millionen Euro. Ohne Sondereffekte bei Erträgen, Umbaukosten sowie Aufwendungen für Restrukturierung und Abfindungen erzielte die Kernbank einen Gewinn vor Steuern von 465 Millionen Euro.
  • Die Abbaueinheit CRU verringerte ihre risikogewichteten Aktiva (RWA) von im Quartal von 56 Milliarden Euro auf 46 Milliarden Euro. Damit konnten 6 Milliarden Euro an risikogewichteten Aktiva schneller als geplant verringert werden. Der Verlust vor Steuern von 856 Millionen Euro lag im Rahmen der Erwartungen. 

Das 4. Quartal sieht zwar Zappenduster aus, aber gespickt mit Sondereffekten. Die Bank hat Erträge, die jetzt optimiert werden müssen und optimiert werden. Da bin ich mir sicher.

Die Deutsche Bank liegt auch beim Kostenabbau im Plan.

  • Die zinsunabhängigen Aufwendungen beliefen sich im Gesamtjahr 2019 auf 25,1 Milliarden Euro, einschließlich Umbaukosten von 1,1 Milliarden Euro, Wertberichtigungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte von 1,0 Milliarden Euro sowie Aufwendungen für Restrukturierung und Abfindungen von 805 Millionen Euro.
  • Bei den bereinigten Kosten hat die Bank ihr Ziel für 2019 von 21,5 Milliarden Euro erreicht. Nicht berücksichtigt sind dabei die Umbaukosten sowie Aufwendungen im vierten Quartal im Zusammenhang mit dem Hedgefonds-Geschäft der Bank, das an BNP Paribas übertragen wird6.
  • Die Zahl der Vollzeitstellen im Konzern sank auf 87.597, ein Rückgang um mehr als 4.100 im Laufe des Jahres 2019. 

Mit dem Verkauf sind die Kosten unter Kontrolle. Für mich ist das genau der Weg, den ich mir bei vielen Banken vorstellen könnte.

 

Fazit: Gut gemacht. Die Bank wird rank und schlank. Sie ist aber dadurch ein Übernahmekandidat. Noch vor Monaten hatte man eine Bank durch die Fusion zweier Kranken vorgeschlagen (DB und Commerzbank). Die Deutsche Bank hat die Konsequenzen gezogen, sieht sich aber einer Gefahr gegenüber, dass es keine Großbank in Deutschland bald geben wird.

Ich könnte mir jetzt eine Fusion mit der Commerzbank vorstellen. Dabei wird diese ähnliche oder andere Bereiche restrukturieren müssen. Jetzt könnte eine Fusion sogar sinnvoll sein.

 

Chart. Die Aktie vollzieht/vollzog eine klassische Bodenbildung und sieht sehr konstruktiv aus. Es ist einer der wenigen Banken, die man kaufen kann.

 

 

 

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